Wir brauchen ein neues Land. Und uns bleiben nur noch 2 Monate, deshalb greifen wir zu Plan B und starten die…
Operation Pusteblume
Nachdem das Pengland in den letzten 2 Jahren sehr fruchtbaren Boden hatte und wachsen konnte, kommt bald wieder der Herbst und es wird Zeit die Saat weiter zu tragen. Und wie die Pusteblume setzen wir auf “viel hilft viel”. Wenn wir kein großes Pengland finden können, vielleicht finden wir dann viele kleine oder schaffen auf dem Weg neue Kulturräume und Werkstätten für andere Projekte.
als ich vor zwei Wochen angekündigt habe, dass ich irgendwann mal einen Workshop zu Influence machen will, habe ich noch nicht damit gerechnet, dass es so schnell passieren wird. Aber dann kam die Absage vom VW-Haus und Peng stand ohne Land da, drei Tage später startete die Operation Pusteblume, für den 14. August ist ein Festival am Rathausplatz angemeldet und ich starte nochmal Vorträge, die auf eine bessere Öffentlichkeitsarbeit ausgerichtet sind.
In den letzten Wochen haben die Besucherzahlen meiner Webseite stark zugenommen, obwohl ich hier immer weniger schreibe. Ich denke der Hauptgrund ist ein Artikel, der sich kurz vor den Bewerbungsfristen großer Beliebtheit erfreut:
Beim Asta Sommerfest schlug dann ein Kommilitone vor, doch einfach Werbung unter dem Artikel zu schalten. Eine so genaue Zielgruppe findet man selten.
Aber Google Anzeigen finde ich doof, aber ich Frage mich, ob ich die Aufmerksamkeit von Masterbewerbern, die was mit Medien machen wollen, nicht einfach für Recruting für Hello & Like nutze.
Oder habt ihr ne coole Idee, was man mit den Augen anstellen kann? Ich denke für diese Saison ist es schon zu spät, aber der nächste Stichtag kommt ganz sicher.
Wie es sich für Abiturienten gehört, war ich früher links und dagegen. Ich war allerdings auch gegen die Linken, weshalb ich dabei nie in das linke Milieu gerutscht bin. Auch in den ersten Semestern von Medien-Design war ich gegen vieles. Gegen faule Profs und faule Kompromisse. Gegen veraltete Technik und veraltete Lehrmethoden. Gegen Gott und die Welt. Ich war Autoritäten unterworfen, die ich nicht anerkannte. Da blieb mir nur dagegen zu sein.
Lange Jahre war ich immer dagegen und habe viel Energie darein gesteckt schlechtes zu bekämpfen. Erst durch Peng kam bei mir die Wende. Zum ersten mal, nach 23 Jahren Leben, war ich keiner höheren Macht mehr unterstellt. Und ich merkte mit der Zeit, dass meine Abwehrtaktik: “Ich bin dagegen” nicht mehr funktionierte. Denn es folgte sofort: “dann mach nen besseren Vorschlag”.
Ich habe gelernt, dass ich mir ohne Vorgesetzten, die Abwehrphase einfach sparen kann. Ich kann gleich mit dem Vorschlag beginnen. Und das erstaunliche, mit der Methode, zu sagen wofür ich bin, erreiche ich auch in Machtverhältnissen etwas. Wenn man gegen etwas ist, stößt man automatisch auf Widerstand. Der Angegriffene hat keine andere Möglichkeit, als sich zu verteidigen. Formuliert man die selbe Idee als Vorschlag, bietet man dem Gegenüber hingegen die Chance die Idee gut zu finden oder weiter zu entwickeln.
Und jetzt zur Praxis:
Statt:
Ich bin dagegen, dass die Machtverhältnisse in Schulen weitere Generationen von Blockieren und Mitläufern erzeugen.
Besser:
Ich bin dafür, dass in der Schule eine Phase eingeführt wird, in der sich Schüler und Lehrer gleichberechtigt begegnen. Die Schüler sollen dadurch auf ein Leben in einer immer dezentralisierteren Welt vorbereitet werden.
Also, wofür seid ihr?
Ich bin für öffentliches, kostenloses Internet
Ich bin für günstigen Wohn- und Büroraum in Mainz
Ich bin für noch günstigeren Kulturraum
Ich bin für mehr lokale Unternehmen
Ich bin für weniger Arbeitsstunden pro Leben
Ich bin für eine gerechtere und gesündere Verteilung von Arbeit
Ich bin für Grundeinkommen
Ich bin für eine automatische Steuererklärung oder noch besser eine Schwundwährung und garkeine Steuern
Ich habe jetzt meinen Genion Vertrag gekündigt und habe dann bald O2O. Durch die eigene Firma kann ich den Kostenairbag mittlerweile gut gebrauchen. Dafür muss ich jetzt leider auf meine Homezone verzichten. Davor habe ich immer meine Heinnummer aufs Handy weitergeleitet. Das ist jetzt vorbei. Meine Festnetznummer ist jetzt wieder fest. Aber auch nicht mehr lange. Bald ziehe ich um und die Nummer ist dann eh nutzlos. Aber die brauch ich dann eine neue Festnetznummer? Oder reicht meine mobile? Freunde können ja anklingeln lassen und die Unternehmen mit denen ich arbeite, werden auch Flatrate haben. Oder nicht?
PS: Welches Mobiltelefon hält länger als 2 Jahre und 4 Tage und ist nicht von Nokia?
Trotzdem find ich das war ne Super-WM und wahrscheinlich hat keine Maßnahme der Bundesregierung soviel für die Integration getan, wie der Auftritt der deutschen International Mannschaft.
Letzte Woche habe ich mir auf Grund eines Blogbeitrags von dem ich nicht mehr nachvollziehen kann, wie ich ihn entdeckt habe und den Amazonbewertungen das Buch Influence von Robert B. Cialdini gekauft und Hammer! Ich raffe jetzt wie ich abgezogen wurde, bin aber auch total überrascht, wie wir bei Peng fast jede Technik mit der Zeit entdeckt haben. Aber dazu werde ich nochmal einen Communication Fightclub machen. Jetzt erst mal eine kurze Zusammenfassung:
Kontraste schaffen
Den Trick kennt man aus jedem Supermarkt: Wenn man genug teure Produkte aufstellt, wirken die günstigen billiger.
Geschenke
Oft sind es Kleinigkeiten, die einem positiv stimmen, wie der türkische Tee, wenn das Essen mal länger auf sich warten lässt. Aber man fühlt trotzdem eine gewisse Verantwortung das Geschenk zu erwidern.
Einstellungen und Konsistenz
Hier wirds spannend. Fast jeder versucht in seinem Verhalten konsistent zu sein. Nur so ist es möglich, gemeinsam Projekte zu machen. Jeder baut sich ein Selbstbild auf, dass nicht nur für die wichtigen Funktionen eine Antwort parat hat, sonder auch Kleinigkeiten regelt. Bei mir war es z.B. die Einstellung: “ich interessiere mich nicht für Lesungen”. Solche Vorurteile lassen sich aber nicht durch Zwang oder Argumente brechen. Um solche Haltungen zu verändern ist es am besten klein anzufangen. Also am besten mit einem guten Hörbuch. Oder bei mir, dass ich eine Lesung gefilmt habe. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich sage: “geil ne Lesung” aber ich bin immerhin schon bei: “Ich finde die meisten Lesungen langweilig!” und schließe damit nicht mehr aus, dass eine Lesung auch spannend sein kann.
Soziale Bestätigung
Wer kennt den Spruch nicht: “Und wenn die Anderen von ner Klippe springen, springst du dann auch?” Er basiert auf dem Konzept der sozialen Bestätigung (Social Proof). Es ist nicht so, dass Menschen immer andere Menschen imitieren würden. Wenn wir Wissen was gerade passiert, treffen wir eigenständige Entscheidungen, aber wenn wir unsicher sind, neigen wir dazu uns an unserem Umfeld zu orientieren. Warum? Weil das in den allermeisten Fällen funktioniert.
Mögen
Wenn man es im Leben weit bringen will, sollte man gute Nachrichten überbringen und die schlechten Nachrichten anderen überlassen. Auch wenn es vollkommen absurd ist, bringen wir den Überbringer einer Nachricht mit dem Inhalt in Verbindung. Aber auch auf den Straßen kann man die Anwendung dieser Technik gerade beobachten. Fans kleiden sich in den Farben und Logos ihrer Idole, damit ihr Erfolg auf sie abstrahlt. Warum sitzt Merkel auf der Tribüne? Und wer hat zum Erfolg der Nationalmannschaft beigetragen. Nimmt man alles zusammen, von Koch bis zum Trikot Designer sind das nicht mehr als 10.000 Menschen. Trotz Placebo-Effekt ist ein Erfolg gut für die Stimmung. Und toll für die Integration wäre der Weltmeistertitel auch.
Autorität
Wenn uns die Verantwortung für unser Handeln abgenommen wird, lassen wir uns auf fast alles ein. Auf Autoritäten zu hören kann das Leben vereinfachen. Wir lassen uns von Ärzten behandeln und von Kleidungsverkäufern Anzüge aufschwatzen. Wenn wir aber anfangen, in Gesundheitsfragen auf Fernsehärzte zu vertrauen, wirds gefährlich.
Knappheit
NUR HEUTE! DIE LETZTEN EXEMPLARE VOR WEIHNACHTEN! JETZT ODER NIE! Aber nicht nur bei Werbeschreierei spielt Knappheit ein Rolle. Unikate sind von Natur aus knapp und können davon profitieren.
Soviel dazu, Super Buch, wers sich ausleihen will, kann sich melden.
17. Juni 2010 um 10:04 · Abgelegt unter Arbeit, Welt
Seit dem 15. April 11:45 bin ich im Bullshit Streik. Bullshit Streik heißt, dass ich mich weigere an Projekten beteiligt zu sein, die ich für Bullshit halte. Also Projekte die den Kunden nicht helfen oder sogar versuchen sie zu täuschen. Für mich sind solche Strategien in einer immer transparenter werdenden Welt zum scheitern verurteilt. Bullshit Streik heißt aber nicht, dass ich keine Werbung mehr machen will. Ich Streike nur bei schlechten Produkten. Ich habe zuviel über Manipulation gelernt, arbeite mit dem Vertrauen der Menschen und das kann ich nur, wenn ich auch ihnen vertraue.
Der Auslöser für meinen Streik war dieser Clip:
Bzw. der Vortrag Digital Natives with a cause von Nishant Shah auf der re:publica10. Der Typ in dem Video ist Matt Harding und er hat beschlossen nicht mehr Computerspiele herzustellen in dem es um den Weltuntergang geht, sondern durch die Welt zu fahren und zu tanzen. Während das Video lief ist mir klar geworden: Um Zeit zu haben um etwas sinnvolles zu machen, muss ich aufhören scheiß zu machen. Und ehrlich gesagt, ich hatte ein wenig Angst. Kann ich mit Design Geld verdienen ohne jeden Bullshit mitzumachen? Kann ich einfach Jobs ablehnen, wenn ich grad eigentlich Aufträge suche? Mit dem Start-Up hatte ich den Ausstieg, wenn es mir zu dumm wird zwar schon geübt, aber meine Erlebnisse bei Bewerbungsgesprächen und im Master machten mir Angst, dass es keine Welt jenseits des Bullshits gibt. Ihr merkt ja am Datum, dass mein Streik schon seit 2 Monaten läuft, ohne dass ich es kommentiert habe. Es musste erst mal reifen. Ich hatte Angst davor, doch wieder Bullshit machen zu müssen und dann als Idiot da zu stehen. Das Problem, dass ich mir bei keinem Arbeitgeber die Projekte aussuchen kann, war auch ein Grund für den Start von Hello & Like. Die ersten Gespräche laufen echt gut und es macht mir viel mehr Spaß echte Produkte und Marken mit echten Menschen zu verbinden, statt Scheinrealitäten zu bauen.
Aber wie kommt man an gute Kunden?
Ich möchte gerne fünf Tage pro Woche Arbeiten, wobei ich erst mal versuchen werde es auf zwei bezahlte Tage einzupegeln und an drei Tagen mache ich Projekte die helfen: Also Peng, Stadt der Wissenschaft, aber auch andere Projekte die Kommunikation oder Welt verbessern nehme ich gerne an. Dabei habe ich meinen Fokus aber nicht auf Welt und werde auch nicht Ölplattformen besetzen sondern für mich fängt Hilfe regional an.
Ich habe dazu auch eine Gute-Projekte-Theorie entwickelt, die sich hoffentlich zu einen Law verfestigt:
Je mehr gute Projekte man macht, desto mehr Menschen lernt man kennen, die auch gute Projekte machen und desto mehr gute Projekte kann man machen.