auf Grund meiner Diplomarbeit vermute ich, dass Reputation und die damit verbundene Aufmerksamkeit durch immer direktere Kommunikationswege in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Ihr Studiengang Master of Media and Design Management scheint mir sehr geeignet, um diese These weiter zu verfolgen und vor allem um ein Geschäftsmodell dafür zu entwickeln. Doch bevor ich weiter darauf eingehe, möchte ich erst mal meinen Hintergrund vorstellen.
Nach einer schulischen Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten mit dem Schwerpunkt Medien/Kommunikation habe ich von Oktober 2003 bis Mai 2009 Medien Design an der Fachhochschule Mainz studiert. Dabei habe ich mich nach einer kurzen Orientierungsphase auf die Verbindung von Live Action Footage und CGI spezialisiert. Ich war recht erfolgreich und es bot sich mir die Möglichkeit als Freelancer weitere Erfahrungen zu sammeln (was auch der Grund für die Länge meines Studiums ist). Über zwei dieser Projekte durfte ich sogar einen Artikel für die Digital Production schreiben und zum Thema “RED vs. Film” habe ich einen Vortrag auf den Digital Creation Days gehalten.
Neben diesem Steckenpferd habe ich mich aber nebenher, schon seitdem ich 12 bin, mit dem Internet beschäftigt und mein Handwerk auch größtenteils durch Tutorials und Foren gelernt. Das wahre Potenzial, das sich durch Social Media und Open Source ergibt, ist mir aber erst in den letzten Jahren klar geworden. Zusammen mit ein paar Kommilitonen habe ich den Fachschaftsblog blog.desainz.de gegründet. Bereits nach einem Jahr haben wir täglich 300 Leser (bei 800 Studenten) und sind so zur Alternative des schwarzen Bretts geworden. Die spannendste Erfahrung war aber, dass sich bei vielen Ankündigungen neue Fragen ergaben, welche sich aber, anders als beim schwarzen Brett, als Kommentar stellen ließen und fast immer in wenigen Stunden beantwortet waren. Dieses gemeinsame lösen von Problemen hat uns nicht nur geholfen viel doppelte Arbeit einzusparen, sie hat auch spürbar den Austausch und den Zusammenhalt unter den Studenten verstärkt.
Auf Grund dieser Beobachtungen habe ich mich bei meiner Diplomarbeit: „Kommunikationsstrategie für ein Freelancer-Kollektiv“ intensiv mit den Themen Open Source, Shared Economy, Corporate Identity und Social Media auseinander gesetzt. Ich habe sehr viel darüber gelesen und erste Nutzungsansätze entwickelt. Mir ist dabei klar geworden, dass ich alleine niemals alles darüber lernen kann. Es ist ein Bereich, in dem noch Grundlagenforschung betrieben werden muss – und daran möchte ich mich gerne beteiligen.
Dies würde ich gerne im Rahmen Ihres Studiengangs Master of Media and Design Management machen. Im Gegensatz zum Mainzer Uni Studiengang Medien Management sind bei Ihren Modulbeschreibungen viele verwandte Themen dabei gewesen, so dass ich denke, dass ich in diesem Rahmen meine Arbeit vertiefen kann. Außerdem finde ich den Weg über den Rhein sehr spannend, weil ich mir erhoffe, meine bestehenden Kontakte aus Mainz um neue Talente zu erweitern. Ich habe das Ziel das Freelancer-Kollektiv Glanzunion weiter aufzubauen und auch in Wiesbaden zu etablieren. Auch hier werden mir gerade die Management Fähigkeiten, die Sie vermitteln, sicher weiterhelfen. Auch die Frage, wie man mit dem Netzwerk neben dem sozialen Kapital auch finanzielle Mittel erwirtschaften kann bzw. ob das überhaupt nötig ist, brennt mir unter den Nägeln und ich erhoffe mir durch die betriebswirtschaftliche Sichtweise neuen Input. Das soll nicht heißen, dass ich im Bereich des Managements unerfahren bin. Ich war Produktionsleiter bei mehreren studentischen Projekten, habe als Freelancer für verschiedene Firmen Workflows geplant und eingeführt und im Rahmen von Peng – Gesellschaft für Design, Kunst und Kommunikation war ich an der Organisation von diversen Ausstellungen, Festivals und Partys beteiligt – richtig gelernt habe ich es aber nicht.
Im Anhang finden Sie statt eines Lebenslaufs mein Xing Profil. Falls Sie mehr über meine Projekte wissen möchten googlen Sie „Alex Boerger“.
Stellt euch vor ihr seid bei der Arbeit und ihr sollt ein komplexes Problem lösen. Ihr habt weder Zugang zum Internet, noch zu euren Unterlagen, ihr könnt keine Rückfragen stellen und auch nicht mit den Betroffenen über das Problem diskutieren. Auf mich wirkt dieses Verhalten mehr als unprofessionell. Aber genau in dieser Situation werden Klausuren geschrieben.
Über Jahrtausende haben die Menschen gelernt Informationen außerhalb von ihrem eigenen Gehirns zu speichern. Anfangs nur in Bildern, dann mit Schrift, auf Papier und jetzt auf Computern und im Internet. Über die letzten Jahre habe ich meine Methoden Wissen auszulagern ständig verfeinert. Ich erarbeite mir die Zusammenhänge und weiß zusätzlich wo die genaue Information liegt oder wen ich fragen muss um mehr Details zu erfahren. Und bei all dem Unsinn der im Internet verfasst wurde, habe ich auch gelernt meine Informationsquellen zu überprüfen.
Der schnelle Wandel und die immer komplexere Betrachtung der Welt zwingt mich praktisch dazu. Diese Fähigkeiten sind im echten Leben sehr wichtig. Im Hochschulleben spielen sie aber eine sehr kleine Rolle. Dort wird mit Klausuren das Kurzzeitgedächtnis überprüft. Und dieses Wissen endet mit dem Skript. Was nicht im Skript steht, ist nicht Klausur relevant und muss deshalb nicht gelernt und verstanden werden. Tolles Konzept!
Klausuren 2010 nach Christus
Statt Studenten alles auswendig lernen zu lassen, sollten alle Hilfsmittel erlaubt werden. Selbst wenn ich alle 100 Folien, die in einer Vorlesung ausgeteilt wurden, dabei habe, ist die Zeit zu knapp um erst während der Klausur zum ersten mal rein zuschauen. Ich muss mir vorher einen Überblick verschafft haben, damit ich das Wissen anwenden kann. Im Gegenzug muss natürlich die Bewertung angepasst werden. Wenn man nur die Informationen aus dem Skript verwendet, kann man maximal noch ein “befriedigend” erhalten. Wer mehr will muss sich auch außerhalb informieren.
Und was ist, wenn du keinen Strom hast?
Dann sammele ich Holz zum Feuer machen und finde heraus welche Holzart sich am besten für einen Speer eignet. Das steht leider in keinem Skript.
Ich mag den Spot, aber das Handy interessiert mich überhaupt nicht. Immerhin habe ich mir Samsung gemerkt. Viraler Erfolg? Da die Kosten für den Spot wohl nicht so hoch waren, könnte er sich trotz meiner Resistenz ausgezahlt haben, was meint ihr?
Ich kann mich noch daran erinnern, dass ich mich mit 5 Jahren über den Mauerfall aufgeregt habe, weil auf allen DREI Sendern das selbe kam. Als wir kurze Zeit später Kabel hatten, lernte ich durch ausprobieren wie man die Kindersender einprogrammiert. Rückblickend kann ich echt froh sein, dass es nur drei Sender gab, denn so lernte ich hinter unserem Haus so wichtige Fähigkeiten wie Feuer machen, Rinnsale stauen oder Baumhütten bauen. Trotzdem verbrachte ich vor allem im Winter, viel Zeit vor dem Fernseher. Mit 9 Jahren wurde ich dann Michael Schumacher Fan und sammelte alle Infos über die Formel1, die man ohne Internet finden konnte. Und der einzige Grund warum ich zugebe, dass ich “Schumi” Fan war, ist eine bittere Erkenntnis zu der mich meine Expertise führte.
1. Das Fernsehen macht Fehler!
Immer wieder ist mir aufgefallen, dass es Fehler in der Moderation und der Berichterstattung gab. Im Gegensatz zu mir hatten die meisten Erwachsenen weder die Zeit noch das Interesse sich so stark mit den Thema zu beschäftigen. Das wäre ja auch alles gar nicht so schlimm gewesen, aber…
2. Beim Duell: Kind vs. TV gewinnt immer TV
Egal wie gut ich mich auskannte, es war vollkommen egal, für Erwachsene hatte das Fernsehen immer Recht.
Erst war ich wütend, weil ich nicht für voll genommen wurde, aber über meine Jugend wuchs der Wunsch auch Fernsehen machen zu können. Werbung nahm zu der Zeit einen immer größeren Stellenwert ein und die Sender wurden immer geschickter und verwebten Werbung mit Inhalten immer subtiler. Mich faszinierte, dass viele Leute einfach das taten, was ihnen die Werbung sagte. Das wollte ich auch.
Dann kaufte mein Vater seinen ersten 386er und ich war fasziniert. Selber spielen oder gestalten war besser als nur zuschauen. Erst als ich meinen eigenen Computer hatte, nahm das Fernsehen wieder seinen Platz ein, als Hintergrund Berieselung. Als wir dann Internet hatten wurde meine Distanz zum Fernsehen immer größer, denn wenn man dort zu einem Thema recherchiert merkt man, wie oberflächlich und einseitig Fernsehberichte sind (Das Selbe gilt auch für Zeitungen).
Trotz meiner aufkommenden Zweifel, blieb ich auf meinem Weg Richtung Werbung. Ich machte ein Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten und Pratika in einer Marketingabteilung und bei einer Werbeagentur. Dann studierte ich Medien-Design und erreichte mein Ziel: Fernsehwerbung… und?
3. Fernsehwerbung ist für Dumme
Es gibt drei Probleme bei Fernsehwerbung:
Die Quotenmessung (Wer 10 Stunden am Tag fernsieht, hat 5 mal soviel Einfluß, wie ein 2 Stunden am Tag Schauer)
Niemand schaut aufmerksam zu (Außer Werber, die genau die Konkurrenz beobachten)
An der Zielgruppe vorbei (Die wenigsten Spots sind für mehr als 10% der Zuschauer relevant)
Diese Faktoren führen dazu, dass man die Aussagen immer stärker vereinfachen muss. Um überhaupt eine Wirkung zu erzielen, muss man Werbung für Dumme machen. Ich will damit nicht behaupten, dass alle Fernsehzuschauer dumm sind, aber niemand verschwendet seinen Verstand um Werbung zu decodieren.
4. Habt ihr mal darauf geachtet was zwischen der Werbung läuft
Lange Jahre war ich recht naiv was mein Fernsehweltbild anging, bis mich, bei einem Workshop in Berlin, ein Werbeprofi auf den entscheidenden Gedanken brachte:
Hast du mal darauf geachtet was zwischen der Werbung läuft? Das Programm ist nur der Rahmen für die Werbung!
Am Donnerstag folgten dem Aufruf nur acht hart gesottene Pengländer, aber die Runde war trotzdem sehr effektiv. Zu Beginn ging es erst mal darum Bilanz zu ziehen:
Freie Raum
Kein Eintritt
Keiner wird bezahlt
Förderung der Aussteller
Kein Kuratorium
Spenden finanziert
Wir haben festgestellt, dass wir in den letzten drei Jahren jeweils ca. 35 Veranstaltungen (teilweise mit viel Rahmenprogramm) hatten. Damit ist die Leistungsfähigkeit von Peng aber auch erschöpft. In den letzten Jahren kommen aber immer mehr Gruppen (DokuSlam, 48h Kino, Glanzunion) dazu. Und hier gibt es noch Wachstums-Potentiale.
Aber auch im Rest der Stadt gibt es immer mehr Angebote, Peng hat einigen davon gezeigt was man auf die Beine stellen kann und wir wollen andere dabei unterstützen.
Neuer Raum
Wir wollen unsere Energie nicht mehr für das Ordnungsamt verschwenden, stattdessen suchen wir einen neuen Raum . Wir haben eine Liste mit freien Locations und eine Checkliste mit den Anforderungen aufgestellt. Wir werden die Listen am Dienstag vorstellen und versuchen jetzt gemeinsame Kontakte mit den Eigentümern zu finden. Die Checkliste werden wir nochmal als Flyer auf arbeiten.
Interne Kommunikation
Beim Treffen haben wir sehr gute Erfahrungen mit unserem Flip Chart gemacht. Man kann Sachen leichter erklären. Es hilft bei Diskussionen beim Thema zu bleiben und wenn Argumente aufgeschrieben werden, werden sie weniger wiederholt. Außerdem bekommen wir so ein Protokoll.
Ein weiteres Problem bei Peng ist, dass einige auch nach 5 min nicht auf den Punkt kommen. Dann kommt es zu Randgesprächen und die Runde verliert sich. Niemand hat Interesse an solchen Situationen. Deshalb wollen wir in Zukunft die Präsentationskultur verbessern. Wir werden Workshops dazu anbieten und die Pecha Kucha und Powerpoint Karaoke Veranstaltungen fortsetzen.
Als Sofortmaßnahme hängen wir einen Plakat mit den W-Fragen auf. (Wer? Was? Wo? Wann? Warum? Wie?) Das soll jedem, der ein Projekt vorstellen möchte als Hilfe dienen ein Anliegen vorzubringen. Man kann sich einfach an den Fragen entlang hangeln und hat alles wichtige erzählt.
Peng-Podcast
Um eine Verbindung der internen und externen Kommunikation zu schaffen, versuchen wir uns nochmal am Thema Podcast. Bisher scheiterte das Vorhaben immer am Schnitt, wir haben keine Zeit dafür. Die Idee wäre jetzt, jeden Dienstag einfach die Kamera aufzubauen. Jeder der eine Veranstaltung oder ein Projekt vorstellen möchte kann das dann machen. Die Clips werden nur kurz hintereinander geschnitten und noch in der Nacht online gestellt.
Redesign pengland.de
Als die Seite erstellt wurde, hatte Peng gerade mal 20 Veranstaltungen erlebt und 40 Mitglieder. Jetzt platz die Seite aus allen Nähten. Ein Redesign ist dringend nötig. Die Mitglieder sollen besser miteinander in Kontakt treten können… dazu folgt noch ein eigener Post.
Aaron aus New York hatte eine einfache Idee und viel Geduld. Er hat alle PICOL, Android Icons, Pictoico und Freshpixel Icons in eine Keynote Präsentation gepackt. Dadurch hat man einen besseren Überblick und kann die Bilder mit Copy & Paste einfügen.
Ich finds immer wieder erstaunlich auf welche Weise und aus welchen Ecken der Welt Melih Unterstützung für sein Projekt erhält.