Wir brauchen ein neues Land. Und uns bleiben nur noch 2 Monate, deshalb greifen wir zu Plan B und starten die…
Operation Pusteblume
Nachdem das Pengland in den letzten 2 Jahren sehr fruchtbaren Boden hatte und wachsen konnte, kommt bald wieder der Herbst und es wird Zeit die Saat weiter zu tragen. Und wie die Pusteblume setzen wir auf “viel hilft viel”. Wenn wir kein großes Pengland finden können, vielleicht finden wir dann viele kleine oder schaffen auf dem Weg neue Kulturräume und Werkstätten für andere Projekte.
als ich vor zwei Wochen angekündigt habe, dass ich irgendwann mal einen Workshop zu Influence machen will, habe ich noch nicht damit gerechnet, dass es so schnell passieren wird. Aber dann kam die Absage vom VW-Haus und Peng stand ohne Land da, drei Tage später startete die Operation Pusteblume, für den 14. August ist ein Festival am Rathausplatz angemeldet und ich starte nochmal Vorträge, die auf eine bessere Öffentlichkeitsarbeit ausgerichtet sind.
Letzte Woche habe ich mir auf Grund eines Blogbeitrags von dem ich nicht mehr nachvollziehen kann, wie ich ihn entdeckt habe und den Amazonbewertungen das Buch Influence von Robert B. Cialdini gekauft und Hammer! Ich raffe jetzt wie ich abgezogen wurde, bin aber auch total überrascht, wie wir bei Peng fast jede Technik mit der Zeit entdeckt haben. Aber dazu werde ich nochmal einen Communication Fightclub machen. Jetzt erst mal eine kurze Zusammenfassung:
Kontraste schaffen
Den Trick kennt man aus jedem Supermarkt: Wenn man genug teure Produkte aufstellt, wirken die günstigen billiger.
Geschenke
Oft sind es Kleinigkeiten, die einem positiv stimmen, wie der türkische Tee, wenn das Essen mal länger auf sich warten lässt. Aber man fühlt trotzdem eine gewisse Verantwortung das Geschenk zu erwidern.
Einstellungen und Konsistenz
Hier wirds spannend. Fast jeder versucht in seinem Verhalten konsistent zu sein. Nur so ist es möglich, gemeinsam Projekte zu machen. Jeder baut sich ein Selbstbild auf, dass nicht nur für die wichtigen Funktionen eine Antwort parat hat, sonder auch Kleinigkeiten regelt. Bei mir war es z.B. die Einstellung: “ich interessiere mich nicht für Lesungen”. Solche Vorurteile lassen sich aber nicht durch Zwang oder Argumente brechen. Um solche Haltungen zu verändern ist es am besten klein anzufangen. Also am besten mit einem guten Hörbuch. Oder bei mir, dass ich eine Lesung gefilmt habe. Es ist jetzt auch nicht so, dass ich sage: “geil ne Lesung” aber ich bin immerhin schon bei: “Ich finde die meisten Lesungen langweilig!” und schließe damit nicht mehr aus, dass eine Lesung auch spannend sein kann.
Soziale Bestätigung
Wer kennt den Spruch nicht: “Und wenn die Anderen von ner Klippe springen, springst du dann auch?” Er basiert auf dem Konzept der sozialen Bestätigung (Social Proof). Es ist nicht so, dass Menschen immer andere Menschen imitieren würden. Wenn wir Wissen was gerade passiert, treffen wir eigenständige Entscheidungen, aber wenn wir unsicher sind, neigen wir dazu uns an unserem Umfeld zu orientieren. Warum? Weil das in den allermeisten Fällen funktioniert.
Mögen
Wenn man es im Leben weit bringen will, sollte man gute Nachrichten überbringen und die schlechten Nachrichten anderen überlassen. Auch wenn es vollkommen absurd ist, bringen wir den Überbringer einer Nachricht mit dem Inhalt in Verbindung. Aber auch auf den Straßen kann man die Anwendung dieser Technik gerade beobachten. Fans kleiden sich in den Farben und Logos ihrer Idole, damit ihr Erfolg auf sie abstrahlt. Warum sitzt Merkel auf der Tribüne? Und wer hat zum Erfolg der Nationalmannschaft beigetragen. Nimmt man alles zusammen, von Koch bis zum Trikot Designer sind das nicht mehr als 10.000 Menschen. Trotz Placebo-Effekt ist ein Erfolg gut für die Stimmung. Und toll für die Integration wäre der Weltmeistertitel auch.
Autorität
Wenn uns die Verantwortung für unser Handeln abgenommen wird, lassen wir uns auf fast alles ein. Auf Autoritäten zu hören kann das Leben vereinfachen. Wir lassen uns von Ärzten behandeln und von Kleidungsverkäufern Anzüge aufschwatzen. Wenn wir aber anfangen, in Gesundheitsfragen auf Fernsehärzte zu vertrauen, wirds gefährlich.
Knappheit
NUR HEUTE! DIE LETZTEN EXEMPLARE VOR WEIHNACHTEN! JETZT ODER NIE! Aber nicht nur bei Werbeschreierei spielt Knappheit ein Rolle. Unikate sind von Natur aus knapp und können davon profitieren.
Soviel dazu, Super Buch, wers sich ausleihen will, kann sich melden.
Der “gefällt mir” Button ist ne klasse Idee, aber wo bleiben die negativen Emotionen, die ja auch zum Leben dazu gehören? Die Menschen wahrscheinlich sogar mehr prägen als Sonnenschein. Der gefällt mir Button ist ja nicht nur eine Meinungsäußerung von vielen, sondern hat auch eine wichtige Funktion beim Aufbau des persönlichen Newsfeeds. (Was vielen gefällt, steht oben). Dadurch haben positive Nachrichten eine viel höhere Reichweite. Das finde ich doppelplusungut.
Nachdem ich vor zwei Wochen meinen Wechsel auf die Agentur-Gründer-Seite ankündigte und mit ein paar Leuten darüber gesprochen habe, verbreitete sich mein Vorhaben relativ schnell in meinem Umfeld und ich wurde mittlerweile schon von einige darauf angesprochen. Dabei wurde ich häufig gefragt, ob mir das nicht zu riskant ist sowas zu machen und ob ich keine Angst hätte zu scheitern. Ich fands erstaunlich wieviel Angst selbst einige Freelancer vor der Selbstständigkeit haben. Für mich ist es nur der nächste logische Schritt und ich glaube ich habe selber mittlerweile mehr Angst vor einer Festanstellung, bei der andere über meinen eigenen Erfolg und mein Glück entscheiden.
Aber wenn ich auf meine Schulzeit und mein Studium zurückblicke ist diese Angst vor der Selbständigkeit eigentlich ganz logisch. Man wird von Anfang bis Ende fast nur von Beamten unterrichtet. Auch viele Lehrbeauftragte aus der Wirtschaft unterrichten nur um später besser Chancen auf eine Professor zu haben. Workshops mit Unternehmen werden von ehemaligen Studenten gehalten, die festangestellt in einem coolen Laden arbeiten. Und auch Workshops für Selbstständige werden meist von Angestellten gemacht. Selbstständige Unternehmer sind für einen Diplom Designer unbekannte Wesen.
Ich selber leide auch an dieser verzehrten Wahrnehmung. In meiner Diplomarbeit erkenne ich langsam einige Spuren davon. Aber auf der anderen Seite sehe ich für mich auch Chancen in der eigenen Agentur. Anstatt dass ich intern für meine Ideen von Kommunikation kämpfen muss, such ich mir draußen Kunden die dazu passen. Social Media ist nicht ohne weiteres auf jedes Geschäftsmodell, jede Zielgruppe und besonders jede Unternehmensphilosophie anzuwenden. Aber wenn es zusammen passt, dann kann Social Media mehr als Fernsehen und Zeitung zusammen, für einen Bruchteil der Kosten.
Durch eine eigene Agentur kann ich die Chancen, die gerade entstehen, besser nutzen. Mich dabei von einem Vorgesetzten abhängig zu machen, finde ich riskanter.
Trotz Agentur will ich keine Festangestellten haben. Ich werde versuchen die Agentur auf mein enges Netzwerk mit Freelancern und anderen Selbstständigen aufzubauen und könnte mir auch vorstellen, mit gleichberechtigten Partnern, zusammen zu arbeiten.
Was meint ihr, gibt es dieses Dogma oder habe ich mir da was zusammengereimt?
Festanstellung vs. Selbstständigkeit, was sind eure “Pro & Contra” Argumente?
13. Mai 2010 um 11:32 · Abgelegt unter Netzwerk, Welt
Vielleicht beteilige ich mich beim Open Ohr an einer Diskussion zum Thema “Netzwerke 2.0 Segen oder pervers?” und da ich dabei eher auf Technologiekritiker treffen werde, habe ich mir nochmal die 9 Standartsituationen der Technologiekritik von Kathrin Passig angeschaut. Ich bin gespannt ob in der Diskussion auch das zehnte Argument entdeckt wird.
What the hell is it good for?
Wer will denn so was?
Die Einzigen, die das Neue wollen, sind zweifelhafte oder privilegierte Minderheiten.
Das Internet ist eine Mode, die vielleicht wieder vorbeigeht
Täuschen Sie sich nicht, durch das Neue wird sich absolut nichts ändern
a) Es handelt sich höchstwahrscheinlich nur um ein schönes Spielzeug ohne praktische Konsequenzen
b) Insbesondere lässt sich mit der neuen Technik kein Geld verdienen
c) die Beteiligten hätten einander ja gar nichts mitzuteilen
Im Prinzip ganz gut, aber nicht gut genug.
Die Innovation ist außerdem überkompliziert und anfällig
Im Zusammenhang mit der Erziehung anderer zur richtigen Nutzung des Neuen stehen die jetzt auftauchenden Etikettefragen. aka “es ist unhöflich die Vorteile der neuen Technologie zu verwenden.”
Hat die neue Technik mit Denken, Schreiben oder Lesen zu tun, dann verändert sie ganz sicher unsere Denk-, Schreib- und Lesetechniken zum Schlechteren.