Mainz, den 14. Juli 2009
Sehr geehrte Prüferinnen und Prüfer,
auf Grund meiner Diplomarbeit vermute ich, dass Reputation und die damit verbundene Aufmerksamkeit durch immer direktere Kommunikationswege in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Ihr Studiengang Master of Media and Design Management scheint mir sehr geeignet, um diese These weiter zu verfolgen und vor allem um ein Geschäftsmodell dafür zu entwickeln. Doch bevor ich weiter darauf eingehe, möchte ich erst mal meinen Hintergrund vorstellen.
Nach einer schulischen Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten mit dem Schwerpunkt Medien/Kommunikation habe ich von Oktober 2003 bis Mai 2009 Medien Design an der Fachhochschule Mainz studiert. Dabei habe ich mich nach einer kurzen Orientierungsphase auf die Verbindung von Live Action Footage und CGI spezialisiert. Ich war recht erfolgreich und es bot sich mir die Möglichkeit als Freelancer weitere Erfahrungen zu sammeln (was auch der Grund für die Länge meines Studiums ist). Über zwei dieser Projekte durfte ich sogar einen Artikel für die Digital Production schreiben und zum Thema “RED vs. Film” habe ich einen Vortrag auf den Digital Creation Days gehalten.
Neben diesem Steckenpferd habe ich mich aber nebenher, schon seitdem ich 12 bin, mit dem Internet beschäftigt und mein Handwerk auch größtenteils durch Tutorials und Foren gelernt. Das wahre Potenzial, das sich durch Social Media und Open Source ergibt, ist mir aber erst in den letzten Jahren klar geworden. Zusammen mit ein paar Kommilitonen habe ich den Fachschaftsblog blog.desainz.de gegründet. Bereits nach einem Jahr haben wir täglich 300 Leser (bei 800 Studenten) und sind so zur Alternative des schwarzen Bretts geworden. Die spannendste Erfahrung war aber, dass sich bei vielen Ankündigungen neue Fragen ergaben, welche sich aber, anders als beim schwarzen Brett, als Kommentar stellen ließen und fast immer in wenigen Stunden beantwortet waren. Dieses gemeinsame lösen von Problemen hat uns nicht nur geholfen viel doppelte Arbeit einzusparen, sie hat auch spürbar den Austausch und den Zusammenhalt unter den Studenten verstärkt.
Auf Grund dieser Beobachtungen habe ich mich bei meiner Diplomarbeit: „Kommunikationsstrategie für ein Freelancer-Kollektiv“ intensiv mit den Themen Open Source, Shared Economy, Corporate Identity und Social Media auseinander gesetzt. Ich habe sehr viel darüber gelesen und erste Nutzungsansätze entwickelt. Mir ist dabei klar geworden, dass ich alleine niemals alles darüber lernen kann. Es ist ein Bereich, in dem noch Grundlagenforschung betrieben werden muss – und daran möchte ich mich gerne beteiligen.
Dies würde ich gerne im Rahmen Ihres Studiengangs Master of Media and Design Management machen. Im Gegensatz zum Mainzer Uni Studiengang Medien Management sind bei Ihren Modulbeschreibungen viele verwandte Themen dabei gewesen, so dass ich denke, dass ich in diesem Rahmen meine Arbeit vertiefen kann. Außerdem finde ich den Weg über den Rhein sehr spannend, weil ich mir erhoffe, meine bestehenden Kontakte aus Mainz um neue Talente zu erweitern. Ich habe das Ziel das Freelancer-Kollektiv Glanzunion weiter aufzubauen und auch in Wiesbaden zu etablieren. Auch hier werden mir gerade die Management Fähigkeiten, die Sie vermitteln, sicher weiterhelfen. Auch die Frage, wie man mit dem Netzwerk neben dem sozialen Kapital auch finanzielle Mittel erwirtschaften kann bzw. ob das überhaupt nötig ist, brennt mir unter den Nägeln und ich erhoffe mir durch die betriebswirtschaftliche Sichtweise neuen Input. Das soll nicht heißen, dass ich im Bereich des Managements unerfahren bin. Ich war Produktionsleiter bei mehreren studentischen Projekten, habe als Freelancer für verschiedene Firmen Workflows geplant und eingeführt und im Rahmen von Peng – Gesellschaft für Design, Kunst und Kommunikation war ich an der Organisation von diversen Ausstellungen, Festivals und Partys beteiligt – richtig gelernt habe ich es aber nicht.
Im Anhang finden Sie statt eines Lebenslaufs mein Xing Profil. Falls Sie mehr über meine Projekte wissen möchten googlen Sie „Alex Boerger“.
Mit freundlichen Grüßen,
Alexander Boerger


