wenn ihr bereits wisst was ich machen soll, dann braucht ihr mich nicht. Wenn ihr jemanden sucht, der für euch lügt, dann bucht mich nicht.
Ich weiß, dass ich mit dieser Einstellung für die meisten Jobs nicht in Frage komme, habe aber festgestellt, dass mich so ein Job nicht glücklich macht.
Ich kann sehr genau beobachten und zuhören.
Ich kann Marktzusammenhänge und Arbeitsabläufe sehr schnell verstehen.
Ich erkenne Stärken und Schwächen von Mitarbeitern und Produkten.
Bevor ich eine Aufgabe durchführe, will ich sie verstanden haben.
Und wenn ich sie verstanden habe, will ich den Ablauf und das Ergebnis verbessern.
Egal ob Produktionsschritte, Kommunikationsabläufe oder Wissensmanagement. Ich finde immer einen Weg das zu optimieren.
Wenn ich dann aber die alte Methode weiterführen soll, werde ich wütend und später depressiv.
Wenn es aber darum geht, mit anderen zusammen, Veränderungsprozesse umzusetzen, blühe ich auf. Ich respektiere die Erfahrung derjenigen, die die Aufgabe schon länger machen und versuche die Veränderung zu moderieren und nicht zu dominieren.
Lügen sind ineffektiv
Bei allen Kommunikationen ist das Vertrauen zwischen Sender und Empfänger entscheidend. Egal ob intern oder extern: Ein Lüge zerstört Vertrauen und Kommunikation wird ineffektiv. Und es gibt keine größere Herausforderung in Zeiten von Facebook und Twitter, als eine Lüge zu vertuschen. Und auch interne Lügen wirken sich auf die Qualität der Arbeit aus. Wenn schon die Mitarbeiter wenig Vertrauen in die Unternehmensleitung haben, wie sollen sie dann andere begeistern?
Und jetzt zur alles entscheidenden Frage: Versaue ich mir mit diesem Statement Jobs?
Ich glaube schon. Ich hoffe das ich einigen Arbeitgebern damit vor den Kopf stoße. Auf der anderen Seite würde ich den Job nach kurzer Zeit hassen und mir wieder was Neues suchen. Wenn ich mir Jobs verbaue, dann nur miese.
Aber es geht mir auch bei meiner Arbeit um Vertrauen. Zu sagen wofür ich stehe, ist da ein wichtiger Schritt für eine Kontaktaufnahme.
@Liebe Leser,
wie seht ihr das? Spielt Ethik überhaupt eine Rolle? Haben nette Firmen und Mitarbeiter eine Chance auf dem Markt? Habt ihr Grundsätze und was macht ihr, wenn der Job erfordert, dass ihr dagegen verstoßt?
Gestern habe ich mit Ago zum ersten mal eine Präsentation unserer Idee zur Reduzierung des Straßenverkehrs aufgezeichnet. Es ging uns zuerst einmal darum die Idee in unserem Umfeld zur Diskussion zu stellen.
Ziel ist es erst mal ein paar Unterstützer zu finden, die uns helfen ne Präsentation auf Al Gore Niveau zu machen. Also meldet euch bei mir, wenn ihr Lust habt zu helfen.
Bei einem Party-Gespräch am Freitag kam mal wieder das Thema “good Google vs. bad Google” und es wurde angeführt das Google so mächtig ist, dass wir nicht mehr an ihnen vorbei kommen.
Aber ist das so?
Kann man Google ablösen?
Ich denke solange Google nicht alles aus ihren Kunden raus holt und die Daten missbraucht werden sie noch einige Jahre ihre Position halten. Verspielen sie aber das Vertrauen kann es ganz schnell gehen.
Das bessere Modell wäre einfach Google kopieren, aber als NGO und OpenSource. Und hier kommt der größte Unterschied der Google wirklich in die Knie zwingen könnte. Die Nutzer entscheiden wem die Gewinne (oder der größte Teil davon) zufließen. Ob Greenpeace, einer Universität, dem regionalen Hockeyteam oder auch einem Straßenmusiker.
Denn da ist die Schwachstelle von Google, ihre Marktmacht hat keine Chance gegen die Netzwerke dieser Organisationen. Wenn die ihren Unterstützern sagen: Hey, du bekommst das selbe wie bei Google, aber du kannst und die Gewinne zufließen lassen, dann sieht Google alt aus.
Nur wenn Google diese Strategie zuerst umsetzt, haben sie vielleicht eine Chance.
Aber dieses Modell lässt sich nicht nur auf Google anwenden, jedes andere Unternehmen, dass ein Auswechselbares Produkt anbietet, könnte von dieser Strategie betroffen werden, bzw. sie anwenden.
Es bedurfte nur 5 Zeilen Text und schon war das 6-7 stellige Budget von RWE in den Sand gesetzt.
RWE ist es gelungen ein Paradebeispiel für Designer-Autismus zu produzieren. Wieso herrscht in der Werbung eine Stimmung vor, dass wirklich gute Designer so einen Schrott produzieren? Ich bin mir sicher, dass 90% der beteiligten schon während der Produktion Witze über den Spot gemacht haben. Es war total klar, dass die Firma mit diesem Greenwashing Clip nicht weit kommen wird. Der Grund warum man trotzdem mitmacht ist klar, es bezahlt einige Monate die Miete und handwerklich ist das nen gutes Schaustück. Aber wo fand hier bitte die Beratung statt. Sind Kunden wirklich nicht in der Lage das Internet als Kommunikationsplattform zu erkennen oder werden sie von Agenturen in die Irre geführt, weil deren Strategien noch aus den 80ern sind und die Miete für den Palast gezahlt werden muss?
Ich hätte wohl auch mitgemacht und der Grund ist einfach: Man kann es sich nicht aussuchen. Die meisten wollen Projekte machen die Sinn haben, deshalb werden die meist schlecht bis garnicht bezahlt. Also macht man Riesen-Fehler für RWE, bekommt gut Geld dafür und lästert ab, solange der Kunde nicht da ist.
Die Idee mit dem sozialen Unternehmen schwirrt mir schon seit einiger Zeit durch den Kopf, aber jetzt haben Ago und ich endlich auch ein Projekt für diese Firma.
Ziel dieses Manifest ist es nicht, alle Regeln jederzeit einzuhalten. Teilweise werden wir die Grundsätze in der Anfangsphase nicht erreichen können. Sollte dies der Fall sein, werden wir diese Verstöße aber aufzählen und begründen. Zudem rufen wir den Rest der Welt auf uns an diesem Manifest zu messen und uns auf die Finger zu hauen, falls wir dagegen verstoßen.
Es soll aber das Ziel sein ein funktionierendes und rentables Unternehmen auf Basis dieser Grundlagen zu führen.
Wir würden uns freuen, wenn ihr Ideen und Anmerkungen zum Manifest habt, mehr zum Projekt folgt in den nächsten Tagen.
Manifest
Kein Schwein wird reich dabei!
Don’t be Evil
Open Source
Datenschutz und Daten für alle
Offenheit und Transparenz
Probleme erkennen und lösen. (Fehler und Korrekturen sind erlaubt)
Dezentralisierung statt Monopolen
Keine Investoren, nur Spender
Keine unerwünschte Werbung
Zusammenarbeit mit gewinnorientierten Unternehmen
Grundsätze statt Gesetze
Tanzen statt kämpfen
Wir sind nicht spirituell
Kein Schwein wird reich dabei!
Es soll aber auch niemand am Hungertuch nagen, deshalb gilt es abzuwägen wie viel Vergütung angemessen ist. Die maximale Vergütung soll sich eher an Universitäten als an Unternehmen orientieren.