Liebe Studienbewerber, lasst euch nicht wegen meinem Beitrag von einem Media & Design Management M.A. Studium an der Hochschule Rheinmain Wiesbaden abbringen, das ist nur eine Meinung und viele andere Studenten kommen mit dem Angebot klar. Ich schreibe dass hier nicht um alle zu vergraulen, sondern um anderen, die ähnlich Erwartungen wie ich haben, Hilfestellungen bei der Studien-Standortswahl zu geben. Man lernt dort viel und wird gut für einen Arbeitsplatz in größeren Medienunternehmen vorbereitet. Stellt euch aber darauf ein, dass arbeiten während der Vorlesungszeit nur beschränkt möglich ist und Diskussionen über Ethik nicht stattfinden. Auch für Menschen, die ein eigenes Unternehmen gründen möchten, ist der Studiengang nicht geeignet.
Gestern war ich beim Dialogtag vom Master und es gab auch eine kurze Diskussion über meine Artikel. Es wäre unfair, dass ich nicht vorher direkten Kontakt gesucht habe. Was nicht stimmt. Ich habe mich mindestens bei 5 Personen beschwert, ohne dass ein einziges mal auf meine Situation eingegangen wurde. “Die anderen schaffen es doch auch!” Statt mir aber ein weiteres mal durch die Blume anzuhören, dass ich nicht genug Biss habe oder gegen Verstöße gegen die Prüfungsordnung mit einem Anwalt vorzugehen, nutze ich meine kleine Öffentlichkeit. Natürlich habe ich auch ein wenig an der Suchmaschinen Optimierung gearbeitet. Das mache ich aber bei jedem Beitrag und gehört für mich zum Handwerk. Dass ich damit auf der ersten Seite bei Google lande hat mich selber überrascht. Selbst wenn man nach dem Bachelor-Studiengang sucht, kann man mein Blog finden. Es liegt also nicht daran, dass der Studiengang so neu ist.
Ist es unfair, dass ich den Studiengang kritisiere?
Bei einem Studiengang, der mit Medien nichts am Hut hat, würde ich mich anders verhalten. Aber das ist der Master Media & Design Management. Der damit wirbt, dass er mir Management von Kommunikationsbeziehungen zu Kunden und anderen Marktteilnehmern beibringt. Ja, ja, ja, genau das wollte ich lernen. Aber anstatt, dass ich 2 Jahre darauf warte, bis ich weiß ob dieses Versprechen jemals eingelöst wird, wollte ich es sofort wissen. Ich stehe nach wie vor zu meinen Kritikpunkten und habe die Konsequenzen gezogen. Und wäre die Qualität des Studiengangs besser, wenn ich nicht schreiben würde? Meine eigentliche Kritik findet aber auf einer anderen Ebene statt: Auf Google. Nicht was auf meiner Seite steht, stellt den Studiengang in Frage, sondern was nicht dort steht. Die Reaktion der Professoren.
Würde der Studiengang Monitoring betreiben, hätten sie schon im November reagieren können. Damals hätte man den Kontakt zu mir suchen sollen.
Wie könnte man reagieren?
Direkt:
Die Kommunikation zu verweigern ist der schlechteste Weg. (Das wirkt arrogant.)
Ein Blog-Kommentar oder eine E-Mail an mich zu senden und mir einen Termin anzubieten um das Problem zu besprechen, wäre vollkommen ausreichend gewesen.
Indirekt:
Einen Blog für die glücklichen Studierenden aufsetzen, um ein anderes Bild vom Studiengang zu vermitteln.
Mit den glücklichen Studenten darüber sprechen, dass mein Blog den Wert ihres Studiums mindert und sie bitten sachlich unter meinen Beiträgen zu kommentieren.
Als Professor selber bloggen um meine Beiträge von der ersten Google-Seite zu verdrängen.
Den zufriedenen Studenten Unterstützung bei ihren eigenen Blogs anbieten.
Einen Kurs zum Thema: “Reputationsbildung bei Google”
Die Fallen:
Sich über meine Vorgehensweise beschweren. (Auf ihrem Spielfeld bestimmen sie die Regeln und hier bin ich Platzwart.)
Mir vorwerfen, dass nur zwei abgebrochen haben. (Beide waren das ganze Semester anwesend, trotzdem wurde kein Kontakt gesucht.)
Mir vorwerfen, dass ich keinen Plan von der Materie habe. (Google ist die wichtigste Informationsquelle für Studenten, von Teilbereichen der Medien scheine ich doch einen Plan zu haben.)
Mir vorwerfen, dass ich meinen Job nicht geregelt kriege. (Kein Auftraggeber ist bereit, sich auf ihre kurzfristige Planung einzulassen.)
Mir vorwerfen, dass ich mich für das falsche Studium entschieden habe. (In meinem Motivationsschreiben habe ich relativ klar formuliert, was ich mir von einem Studium verspreche.)
Was hat das mit Journalismus zu tun?
Nix! Wurde ja auch nie behauptet. Ich versuche zwar sachlich zu bleiben, aber ich bin nicht neutral. Meine Kritik ist mit einer Amazon-Bewertung zu vergleichen. Eine einzige (meine) Wertung macht keinen Sinn, erst aus der Summe von Meinungen entsteht ein grobes Bild.
Und um abschließend eine Frage zu beantworten.
Wer arbeitet eigentlich für wen?
Für mich ist das klar. Die Gesellschaft und damit auch ich bezahlen das Gehalt der Professoren. Also bin ich Kunde, also bin ich König. Der Druck, der auf unsere Generation ausgeübt wird, ist enorm. Deshalb suchen wir nicht nach noch mehr Druck, sondern nach Unterstützung. Wer diese Unterstützung nicht anbietet, wird in Zukunft Probleme haben Kunden zu finden. In Zukunft gibt es weniger Studenten, der Markt wird also enger und gleichzeitig transparenter. Eigentlich müssten sie mir das erklären…
Die letzten Worte:
Liebe Kommilitonen,
die Professoren sind nicht für euren zukünftigen Erfolg und euer Glück verantwortlich. Sie bekommen ihr Gehalt, egal ob ihr einen Job findet oder nicht. Niemand kann garantieren, dass es die großen Unternehmen, die momentan noch den Markt dominieren, dies auch in Zukunft tun. Die Transaktionskosten sinken unglaublich schnell und damit verschwindet auch das Erfolgsrezept der Multi-Nationalen-Konzerne. Die Größe wird zum Problem, die Organisation von Entscheidungsprozessen wird immer komplexer und macht das Unternehmen unflexibel. Auf der anderen Seite entstehen dezentrale Netzwerke aus kleineren Produzenten-Teams, die sich auf eine Nische spezialisieren und dort dem Massenprodukt überlegen sind. Social Networks und Communitys machen Werbung überflüssig.
Auch Manager, die nur nach Excel-Tabellen Entscheidungen treffen, werden in Zukunft weg rationalisiert und durch Software ersetzt (wie heute die Schrauber bei Opel). Es geht darum mit Unklarheiten und Unsicherheiten umzugehen. Es geht darum ein Gespür für die anderen Marktteilnehmer zu entwickeln und durch Kooperationen Mehrwert zu schaffen. Und Kooperationen finden in Zukunft nicht mehr nur zwischen Unternehmen statt. Die Zusammenarbeit mit den Kunden und die Zusammenarbeit der Kunden untereinander wird immer wichtiger.
Märkte sind Gespräche
wir sind keine zielgruppen oder endnutzer oder konsumenten.
wir sind menschen – und unser einfluss entzieht sich eurem zugriff.
Irgendwie hab ichs satt ständig immer diesen Bullshit zu hören. Arbeitslose sind was schlechtes, dabei könnte man sich auch freuen, wenn bei gleicher Produktivität weniger arbeiten müssen. Bürokratie und alte Methoden hindern viele große Konzerne bei Inovationen und durch immer bessere Kommunikationstechnologien sind die Transaktionskosten so stark gesunken dass kleine Firmen und Hobbybastler den Großen das führten lehren. Die Kleinen können, weil sie weniger bürokratisch sind, schneller und flexibler reagieren und so bessere Angebote machen. Trotzdem bestimmen immernoch die Riesen die Politik und die Hochschulausbildung. Man braucht durchschnittliche Mitarbeiter, mit durchschnittlichen Ideen um durchschnittliche Produkte für durchschnittliche Konsumenten herzustellen. Aber niemand ist durschnittlich, nichtmals in Hassloch. Die Leute greifen lieber zu nem Produkt, dass ihnen gefällt, als sich an eine Umsatzprognose zu halten.
Genug geschimpft, worauf ich eigentlich hinaus wollte:
Kurz vor der re:publica habe ich mir noch das Nachtstudio zum Thema Information Overkill angeschaut und war begeistert von den Beiträgen von Peter Kruse.
Besonders seine Ausführungen über das Lernen durch Musterbildung hat mir sehr viel gebracht. Das Schulsystem arbeitet nach dem Prinzip vom Detail zum Ganzen. Während bei der Musterbildung, aus der Betrachtung des Ganzen ein Erkenntnisgewinn entsteht.
Wenn ich mir meine Schullaufbahn und besonders mein Masterstudium unter diesem Aspekt nochmal genauer anschaue, merke ich, dass ich mit dem Prinzip vom Detail zum Ganzen, nie klar kam. Ich konnte (oder wollte) mir zum Beispiel nie Jahreszahlen bei Geschichte merken, hatte aber einen guten Gesamtüberblick (meist besser als die Streber) und kann noch heute Ereignisse geschichtlich zuordnen. Mittlerweile bin ich froh, dass ich kein echtes Abitur gemacht habe, weil ich glaube, dass ich da nur mit Musterbildung Probleme bekommen hätte. Bei meinem Fachabitur in Gestaltung war das hingegen kein Problem. Auch mein Medien-Design Diplom begünstigte meine Arbeitsweise. Ich habe immer ganze Filme gemacht und dabei gelernt, wie die einzelnen Bereiche funktionieren. Ich habe mich zwar oft in Details verrannt, aber mit der Zeit habe ich verstanden worauf es beim Film ankommt. Beim Master merke ich hingegen, wie stark das vom Detail zum Ganzen wirkt. Es geht darum abgeschlossene Details ohne Betrachtung des Ganzen wiederzugeben. Hier komme ich mit meinem Konzept nicht mehr weiter. Die Details ergeben kein Ganzes. Das ist Bullshit! Human Resource Management lässt sich nicht mit Marketing vereinen, Marketing nicht mit Marktforschung und überhaupt, die Profs könnten niemals gemeinsam eine Firma führen…. jeder würde die anderen für Fachidioten halten, wenn sie sich mal gegenseitig zuhören würden.
Auf der re:publica 2010 habe ich dann einen weiteren Vortrag von Peter Kruse zum Thema “What’s Next – Wie die Netzwerke Wirtschaft und Gesellschaft revolutionieren” gesehen und erst während dem Vortrag gemerkt, dass es die selbe Person ist. Er stellt die These auf, dass es zwei grundlegend Unterschiedliche Sichtweisen auf das Internet gibt, aber seht selbst:
Ziel des Masterstudiengangs Media & Design Management ist die Befähigung der Absolventinnen und Absolventen für Führungsaufgaben in der Medienbranche sowie Führungsaufgaben in Funktionsbereichen von Unternehmen, die sich mit der Gestaltung und dem Management von Kommunikationsbeziehungen zu Kunden und anderen Marktteilnehmern befassen.
Das hört sich in der Theorie ja toll an, aber wer macht’s? Ich als Student verstehe mich nicht als Untergebener oder Angestellter, sondern als Kunde.
Als Kunde beschwere ich mich im Internet über den Studiengang, nachdem der direkte Weg gescheitert ist. Zukünftige Studenten machen sich zwar die Mühe den Studiengang zu googlen und landen auf meiner Webseite, aber die Hochschule nicht. Dabei wären meine Anmerkungen relativ leicht zu finden. (1. Seite bei Google). Auch Google Alerts sind ein tolles Mittel um herauszubekommen was über das eigene Unternehmen geredet wird… man muss es halt machen.
Ich würde gerne besser verstehen wie man mit solchen “unkontrollierbaren” Kommunikationen umgeht:
Nachdem ich mir nach einem halben Jahr nochmal mein Motivationsschreiben angesehen habe, musste ich feststellen, dass ich von meinem Weg abgekommen bin. Ich habe mich für den Master beworben um Wirtschaft zu lernen und nicht für den Titel. Bei vielen Vorlesungen habe ich praktisches Wissen und Werkzeuge kennengelernt, die mir helfen werden bessere Entscheidungen zu treffen. Aber die Hausaufgaben und Prüfungen kosten unglaublich viel Kraft. Ich habe es probiert, aber für mich lässt sich das nicht mit meinen Berufsleben vereinbaren. Um auswendig zu lernen was die Southbridge mit der Northbridge austauscht (Computerbauteile, die ich sowieso nicht beeinflussen kann) ist mir mein Gehirn zu schade. Teilweise waren die Vorlesungen wie ein Sprint mit der Lupe. Nach 8h Unterricht war der Tag für mich gelaufen, mein Kopf war vollkommen überladen. Die Akquise blieb auf der Strecke. Und auch für andere Projekte, die mich weiter bringen, blieb keine Zeit. Seit Beginn meines Studiums habe ich eigentlich immer etwas gemacht, trotzdem blieb mir bei keinem Projekt die Zeit, es zu meiner Zufriedenheit zu beenden. Ich habe den Fokus verloren.
Ich wollte aber auch nicht das Studium beenden ohne eine einzige Klausur zu schreiben, deshalb gab ich Human Resource Management eine Chance und räumte mir 3 Tage zum Lernen ein. Ich habe die Texte immer wieder gelesen, aber innerlich widerstrebte mir das Vorgehen. Wozu soll das gut sein? Welches pädagogische Konzept steckt dahinter? Ich lernte trotzdem Modelle, die schon jetzt als veraltet gelten. Die erste Frage der Klausur war in etwa so:
Nennen sie vier Kennzahlen mit denen sich eine leistungsorientierte Bezahlung von Ärzten realisieren lässt.
War das ein Witz?
Ethische Diskussionen waren nie ein Thema in den Vorlesungen. Und hier geht es um Leben und Tod. Das Bezahlungssystem hat enorme Auswirkungen auf die Behandlung der Patienten. Belohnt man erfolgreiche Behandlungen, so wird es unökonomisch sich um die schweren Fälle zu kümmern. Wie lassen sich die Risiken der verschiedenen Bereiche vergleichen? Wie schwer ist eine Operation? Und wie wirkt sich wiederum das Bewerten der Risiken auf die Arbeit aus? Zuviel Bürokratie?
Ich habe auch mal in einem Buch gelesen, dass die Beurteilungen von Patienten für Ärzte nicht von der Behandlung abhängen, sondern fast ausschließlich von der Zeit, die der Arzt für die Diagnose verwendet hat. Aber welches Buch war das? Für die reale Beantwortung dieser Frage, wäre das Buch mit Sicherheit wertvoll gewesen, aber für die Klausur hatte es keine Relevanz. Schlimmer noch, es kostete mich wertvolle Zeit.
Für mich persönlich ist die einzig richtige Antwort: Das kann ich so schnell und ohne Recherche nicht beantworten.
Aber dafür würde es kaum 30 Punkte geben. In dem Moment habe ich innerlich gekündigt.
Nach der Klausur war ich froh darüber, dass viele Kommilitonen die Aufgabe auch komisch fanden, aber trotzdem versucht haben das Gelernte darauf anzuwenden. Jeder hat für sich eine Einschätzung des Lehrkörpers gemacht und entschieden ob die moralische Dimension beabsichtigt war.
Einige Reaktion haben mich aber etwas erschreckt:
Du darfst nicht soviel darüber nachdenken.
Ethik stand nicht im Skript, also kanns auch keine Punktabzüge geben.
Das Bildungssystem hinterlässt seine Spuren. Es tritt eine Sicherheitshaltung ein. Statt Neugier fördert es einen Tunnelblick. Und es liegt an jedem einzelnen Studenten, dass er das Feuer in sich am Brennen hält.
Ich bin (fast) raus
Ich ziehe meine Konsequenzen und verzichte auf den Titel “Master”, ich verzichte auf Klausuren, ich verzichte auf Hausaufgaben und ich verzichte auf ProfessorInnen die nach dem Konzept: “Inhalt/Zeit = Lehrveranstaltung” unterrichten.
Ich habe versucht einigen Professoren mein Problem mit diesem Sprint mit der Lupe zu erklären. Aber die Reaktion war: “dann musst du halt mehr lernen” also lern oder stirb.
So kann und will ich nicht lernen. Ich lerne am besten wenn ich etwas umsetze und dafür will ich mir wieder Zeit nehmen. Ich lerne mit den Händen. Wenn ich deshalb den Master nicht machen kann, ist das halt so.
Als dritte Option bleibt mir immernoch:
Frei studieren
Ohne Prüfungsdruck und mich schlecht zu fühlen, weil ich wegen einem Job keine Hausaufgaben gemacht habe, werde ich mir die guten Vorlesungen weiterhin anschauen.
Genug geschimpft, jetzt kommt das Gute:
Meine Kommilitonen! Ich habe selten Menschen erlebt unter denen so wenig Konkurrenz besteht. Statt die wichtigen Seiten aus Büchern zu reißen, haben wir eine Dropbox angelegt, die sich auf wundersame Weise mit allen wichtigen Unterlagen gefüllt hat. Alle Skripts, fertige Hausaufgaben, gescannte Ordner, Mitschriften und weitere Studien. Wir helfen uns gegenseitig. Und deshalb fiel es mir auch so schwer auf den Abschluss zu verzichten. Es fällt schwer sich bei einer Hausaufgabe “rauszuhalten”, wenn im Skype-Chat ständig darüber diskutiert wird.
auf Grund meiner Diplomarbeit vermute ich, dass Reputation und die damit verbundene Aufmerksamkeit durch immer direktere Kommunikationswege in Zukunft stark an Bedeutung gewinnen werden. Ihr Studiengang Master of Media and Design Management scheint mir sehr geeignet, um diese These weiter zu verfolgen und vor allem um ein Geschäftsmodell dafür zu entwickeln. Doch bevor ich weiter darauf eingehe, möchte ich erst mal meinen Hintergrund vorstellen.
Nach einer schulischen Ausbildung zum Gestaltungstechnischen Assistenten mit dem Schwerpunkt Medien/Kommunikation habe ich von Oktober 2003 bis Mai 2009 Medien Design an der Fachhochschule Mainz studiert. Dabei habe ich mich nach einer kurzen Orientierungsphase auf die Verbindung von Live Action Footage und CGI spezialisiert. Ich war recht erfolgreich und es bot sich mir die Möglichkeit als Freelancer weitere Erfahrungen zu sammeln (was auch der Grund für die Länge meines Studiums ist). Über zwei dieser Projekte durfte ich sogar einen Artikel für die Digital Production schreiben und zum Thema “RED vs. Film” habe ich einen Vortrag auf den Digital Creation Days gehalten.
Neben diesem Steckenpferd habe ich mich aber nebenher, schon seitdem ich 12 bin, mit dem Internet beschäftigt und mein Handwerk auch größtenteils durch Tutorials und Foren gelernt. Das wahre Potenzial, das sich durch Social Media und Open Source ergibt, ist mir aber erst in den letzten Jahren klar geworden. Zusammen mit ein paar Kommilitonen habe ich den Fachschaftsblog blog.desainz.de gegründet. Bereits nach einem Jahr haben wir täglich 300 Leser (bei 800 Studenten) und sind so zur Alternative des schwarzen Bretts geworden. Die spannendste Erfahrung war aber, dass sich bei vielen Ankündigungen neue Fragen ergaben, welche sich aber, anders als beim schwarzen Brett, als Kommentar stellen ließen und fast immer in wenigen Stunden beantwortet waren. Dieses gemeinsame lösen von Problemen hat uns nicht nur geholfen viel doppelte Arbeit einzusparen, sie hat auch spürbar den Austausch und den Zusammenhalt unter den Studenten verstärkt.
Auf Grund dieser Beobachtungen habe ich mich bei meiner Diplomarbeit: „Kommunikationsstrategie für ein Freelancer-Kollektiv“ intensiv mit den Themen Open Source, Shared Economy, Corporate Identity und Social Media auseinander gesetzt. Ich habe sehr viel darüber gelesen und erste Nutzungsansätze entwickelt. Mir ist dabei klar geworden, dass ich alleine niemals alles darüber lernen kann. Es ist ein Bereich, in dem noch Grundlagenforschung betrieben werden muss – und daran möchte ich mich gerne beteiligen.
Dies würde ich gerne im Rahmen Ihres Studiengangs Master of Media and Design Management machen. Im Gegensatz zum Mainzer Uni Studiengang Medien Management sind bei Ihren Modulbeschreibungen viele verwandte Themen dabei gewesen, so dass ich denke, dass ich in diesem Rahmen meine Arbeit vertiefen kann. Außerdem finde ich den Weg über den Rhein sehr spannend, weil ich mir erhoffe, meine bestehenden Kontakte aus Mainz um neue Talente zu erweitern. Ich habe das Ziel das Freelancer-Kollektiv Glanzunion weiter aufzubauen und auch in Wiesbaden zu etablieren. Auch hier werden mir gerade die Management Fähigkeiten, die Sie vermitteln, sicher weiterhelfen. Auch die Frage, wie man mit dem Netzwerk neben dem sozialen Kapital auch finanzielle Mittel erwirtschaften kann bzw. ob das überhaupt nötig ist, brennt mir unter den Nägeln und ich erhoffe mir durch die betriebswirtschaftliche Sichtweise neuen Input. Das soll nicht heißen, dass ich im Bereich des Managements unerfahren bin. Ich war Produktionsleiter bei mehreren studentischen Projekten, habe als Freelancer für verschiedene Firmen Workflows geplant und eingeführt und im Rahmen von Peng – Gesellschaft für Design, Kunst und Kommunikation war ich an der Organisation von diversen Ausstellungen, Festivals und Partys beteiligt – richtig gelernt habe ich es aber nicht.
Im Anhang finden Sie statt eines Lebenslaufs mein Xing Profil. Falls Sie mehr über meine Projekte wissen möchten googlen Sie „Alex Boerger“.
Morgen habe ich meinen ersten Master Kurs hinter mir. Für Introduction to Mobile Media Technologies habe ich von Freitag Mittag an, fast drei Tage durchgeschrieben, recherchiert, dummys erstellt usw. (40h+). Dabei sind 20.000 Zeichen zusammengekommen, was ungefähr 2/5 eines Mainzer Medien-Design Diploms entspricht. Das ging ganz schön fix und ich bin mit meiner Arbeit auch recht zufrieden. Mein Ziel war es aber auch nicht die beste Arbeit abzuliefern, sondern den Kurs zu bestehen und für ne vier sollte es locker reichen.
Die Aufgaben waren etwa so:
1. Beschreiben Sie nun die von Ihnen ausgewählte Umsetzung einer mobilen Website ausführlich.
2. Beschreibung einer eigenen mobilen Kampagne.
Zudem muss ich am Mittwoch als dritte Aufgabe noch einen Vortrag zu meiner Kampagne halten.
Ich hatte echt Glück, dass mich das Thema interessierte, sonst hätte ich die Aufgaben nicht so schnell lösen können. Da ich mir eine Webseite aussuchen durfte habe ich mich für die Tagesschau entschieden, vielleicht können von ARD Online ja was mit dem Kram anfangen. Ansonsten kann ich mich mit dem Konzept ja auch noch bewerben.
Apropos bewerben: Ich suche einen Auftraggeber, der 1-2 Tage pro Woche Unterstützung bei langfristigen Aufgaben braucht.
Seit sieben Wochen studiere ich jetzt Media & Design Management (M.A.) und mir wird es so langsam zuviel. In der Woche habe ich an drei Tagen Vorlesungen und um auf Studentenniveau zu überleben muss ich 4-6 Tage im Monat bezahlt arbeiten. Soweit könnte es also klappen. Ich habe ja noch Glück, dass ich Jobs finde bei denen ich mein Fachwissen einbringen und so auch bessere Tagessätze verlangen kann. Mein Problem liegt eher in der Einteilung.
Den meisten Arbeitgebern ist mein Stundenplan egal
Das ist auch ihr gutes Recht, aber mich stellt dass vor einige Herausforderungen. Ich versuche so gut es geht, alle Präsenz-Termine auf Montag und Dienstag zu legen was dazu führt, dass ich teilweise für zwei bis drei verschiedene Auftraggeber am selben Tag arbeite und dafür von Mainz nach Wiesbaden und dann nach Frankfurt fahre. Zu meinen acht Stunden Arbeit, kommen an so einem Tag noch mal vier Stunden fahrt hinzu. Und diese Jobs kommen auch leider nicht von alleine. Zu jedem Job gehört mindestens noch eine Präsentation bzw. ein Vorstellungsgespräch. Und bei drei Anfragen kommt effektiv nur ein Job heraus. Damit ich also auf meine 6 Tage bezahlte Arbeit komme, brauche ich nochmal mindestens drei Tage extra.
Neben dieser Hauptbeschäftigung gibt es aber noch einiges zu lernen. Dabei stehen sich Hochschule und Wirklichkeit manchmal im Weg. Denn mir fehlt die Zeit Inhalte zu vertiefen.
Im Vergleich zu Wiesbaden war Mainz ne Waldorfhochschule
Ich finds ja toll, dass ich in Wiesbaden in den Vorlesungen richtig viel lerne. Aber die meisten Fächer sind auf auswendig lernen ausgelegt. In meinem vorherigen Studium hingegen habe ich mir selbst das beigebracht, was zur Lösung des Problems notwendig war. Und um dabei nicht nur im eigenen Saft zu schmoren, bin ich auf Messen, Symposien und Kongresse gefahren. In meiner Auffassung von Bildung haben solche Veranstaltungen einen hohen Stellenwert. Aber ein solches Event bringt meinen Workload ganz schön durcheinander. Wenn ich in einer Woche schon 2 Tage auf einem Symposium bin, 2 Tage arbeite und 3 Tage Vorlesungen habe, ist die Woche voll. Für Hausaufgaben, lernen, Bücher lesen und Erholung ist da kein Platz mehr.
Es ist fast wie in der Schule, nur dass ich damals keine andere Aufgabe hatte, als Schüler zu sein.
Durch die ganzen Termine bleibt mir nichts anderes, als mich bei den Aufgaben durchzumogeln. Aber selbst das geht nicht, weil man oft zu Gruppen zusammengewürfelt wird und dort treffen dann ganz unterschiedliche Arbeitsbelastungen und Ziele aufeinander. Es fällt mir leichter alleine eine Hausaufgabe zu ignorieren, als in einer Gruppe.
Projektgruppenzwang
Man will nicht der Arsch sein, der die anderen hängen lässt. Aber ich merke jetzt schon, dass ich am Ende einige Erwartungen nicht erfüllen kann. Wie kommuniziert man das?
Zu Freizeit, Erholung, Aufräumen, Steuererklärung schreiben und Bloggen schreib ich nochmal was, falls ich mal Zeit dafür habe.